Sobotka/Kern: „Eine gerechte Steuerreform, damit in Zukunft mehr Netto vom Brutto bleibt!“

NÖAAB unterstützt Forderungskatalog des ÖAAB für eine gerechte Steuerreform 2020.

„Wir setzen uns für ein nachhaltiges, treffsicheres und entbürokratisiertes Steuersystem ein, um Menschen in unserem Land, die täglich zur Arbeit gehen, weiter zu entlasten. Der Österreichische Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbund entwickelte daher sieben Ideen für ein gerechteres Steuersystem, die wir unterstützen“, erklärt NÖAAB-Landesobmann Wolfgang Sobotka.

„Eine der wichtigsten Forderungen ist die Senkung der ersten drei Steuertarifstufen von 25 auf 20 Prozent, von 35 auf 30 Prozent und von 42 auf 40 Prozent. Darüber hinaus wollen wir eine weitere Senkung der Sozialversicherungsbeiträge für kleine Einkommens- und Pensionsbezieher. Mit der Senkung der Arbeitslosenversichungsbeiträge im Sommer ist ein erster Schritt gelungen und diesen Weg gilt es nun weiter zu gehen.

Eine weitere wichtige Forderung ist die Abschaffung der kalten Progression. Diese kommt zustande, weil Löhne und Gehälter zwar jährlich steigen, die Einkommensteuer-Stufen aber unverändert bleiben, womit die individuelle Steuerbelastung über die Jahre inflationsbedingt leicht zunimmt. Mit der Abschaffung der kalten Progression profitieren vor allem Klein- und Mittelverdiener, also jene, die das System finanzieren und erhalten. Denn wer arbeiten geht und somit auch einen Beitrag an der Gesellschaft leistet, soll entlastet werden“, fordert NÖAAB-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern.

„Die Beteiligung von Mitarbeitern am Unternehmensgewinn soll ebenfalls steuerlich begünstigt werden. Derzeit fallen für Erfolgsprämien, die an Mitarbeiter ausbezahlt werden, sowohl Sozialversicherungsbeiträge als auch Lohnsteuer an. Die Mitarbeiterbeteiligung soll künftig sozialversicherungsfrei sein und pauschal mit 25 Prozent endbesteuert werden. Erhält ein Mitarbeiter eine Prämie von 1.000 Euro, bekäme er in diesem Fall 750 Euro netto überwiesen. Weniger Steuern soll es zudem auf Überstunden geben. Der Freibetrag für ‚gewöhnliche‘ Überstundenzuschläge soll von zehn auf 20 Überstunden ausgeweitet werden. Leistung und Eigenverantwortung muss sich wieder lohnen und wir wollen Anreize schaffen für jene, die sich im Leben etwas aufbauen möchten. So auch jungen Menschen, die sich ein Eigenheim schaffen wollen. Sie sollen sich die Preise für Eigenheime auch leisten können, deshalb wollen wir hier Abhilfe schaffen und fordern steuerliche Begünstigungen beim Mietkauf“, betont Kern.

„Änderungen werden auch bei den Fahrtkosten zur Arbeit gefordert. Die Höhe der Pendlerentschädigung soll sich künftig nach der tatsächlichen Länge des Arbeitsweges richten: 0,25 Euro für jeden Kilometer Arbeitsweg. Auch Teilzeitkräfte sollen besser berücksichtigt werden. All jene, die keine Steuern zahlen, sollen vom errechneten Beitrag ihres tatsächlichen Arbeitsweges netto 30 Prozent als Pendlerprämie erhalten.

Österreich hat die sechsthöchste Abgabenquote der Welt. Zudem honoriert unser derzeitiges Steuersystem im internationalen Vergleich die Leistung der Österreicherinnen und Österreicher, die tagtäglich zur Arbeit gehen, zu wenig. Das wollen wir ändern. Unser Ziel ist es, die Steuer- und Abgabenquote in Richtung 40 Prozent zu senken. Dafür setzen wir uns als NÖAAB ein und werden bei diesen Forderungen für die zukünftige Steuerreform 2020 auch nicht locker lassen“, so Kern abschließend.

Übersicht der Vorschläge:

  • Arbeitende Menschen entlasten – Steuertarif senken
  • Abschaffung der kalten Progression
  • Kleine Einkommensbezieher und Pensionsbezieher entlasten
  • Mitarbeiterbeteiligung steuerlich begünstigen
  • Mietkauf durch steuerliche Maßnahmen attraktivieren
  • Weniger Steuern auf Überstunden für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Pendlereuro NEU