NÖAAB-Landesobmann Bundesminister Wolfgang Sobotka und NÖAAB-Landesgeschäftsführerin Bundesrätin Sandra Kern präsentieren das NÖAAB-Arbeitszeit-Modell. Copyright: NÖAAB

NÖAAB-Arbeitszeitmodell

Mehr Freiheit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei gleichem Schutz.

NÖAAB präsentiert Modell zur Arbeitszeit

Unter dem Motto „Andere Zeiten. Neue Antworten.“ hat der Landesvorstand des NÖAAB bei seiner Klausur vergangene Woche wichtige Arbeitnehmer-Themen diskutiert. Eines dieser Themen ist die Neuregelung der Arbeitszeit. „Gespräche mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zeigen: die Beschäftigten wollen eine möglichst freie Einteilung der Arbeitszeit und längere Freizeitblocks, um Familie und Beruf, Weiterbildung und Freizeit besser zu vereinbaren. Deswegen fordern wir ein Arbeitszeit-Recht, das den Schutz gibt, den Arbeitnehmer brauchen und ihnen Freiheiten gibt, die sie wollen“, erläutert NÖAAB-Landesobmann Bundesminister Wolfgang Sobotka die Beweggründe für ein neues Arbeitszeit-Recht.

Das NÖAAB-Modell zur Neuregelung der Arbeitszeit besteht aus vier Säulen: einem Gesetz, das ein Maximum an Freiheiten bei einem Minimum an Regulierung bietet, dem Kollektivvertrag der weiterhin branchenspezifisch z.B. Überstunden-Zuschläge regelt, Betriebsvereinbarungen, die zu Betrieben passende Lösungen bieten und Freiheit und Selbstbestimmung für Arbeitnehmer.

Bei der gesetzlichen Regelung will der NÖAAB-Landesvorstand weg von der Tagesarbeitszeit hin zur Wochenarbeitszeit. Pro Woche sollen weiterhin 38,5 oder 40 Stunden (je nach Kollektivvertrag) gearbeitet werden. Als Ruhezeiten sind 11 Stunden täglich und am Wochenende 36 Stunden geplant. Die Höchstarbeitszeit soll in der Durchrechnung von 4 Monaten im Durchschnitt maximal 48 Stunden betragen. „Damit geben wir Arbeitnehmern klare schlankere Arbeitszeit-Regeln, die ein Höchstmaß an Freiheit garantieren. Die 3,5 Tage-Woche kann somit Realität werden“, betont Sobotka. Entlohnung und Überstunden-Zuschläge sollen weiterhin Angelegenheit der KV-Partner sein. Das NÖAAB-Modell sieht außerdem eine Stärkung der Sozialpartnerschaft auf betrieblicher Ebene vor. „Betriebsvereinbarungen sollen in Zukunft Normal-Arbeitszeitmodelle im Betrieb festlegen und auch vom KV abweichende Regeln zulassen“, betont Sobotka.

Die Sozialpartner haben von der Bundesregierung den Auftrag erhalten, bis Ende Juni ein neues Arbeitszeit-Modell auf den Tisch zu legen. „Wir bringen unseren Vorschlag zur Neuregelung der Arbeitszeit in die Verhandlungen ein und erwarten die Umsetzung im Sinne der Beschäftigten“, so Sobotka.

Weitere Schwerpunktthemen des NÖAAB, die bei der Klausur diskutiert wurden, präsentierte Landesgeschäftsführerin Bundesrätin Sandra Kern. Der NÖAAB will in den nächsten Monaten Leistungen für Familien, betriebliche Kindergärten und die Digitalisierung in der Schule stärker in den Fokus rücken. „Eines ist klar: Wir wollen Familien und Kinder stärker, einfacher und zielgerichteter fördern. Dabei könnte ein Steuerabsetzbetrag in Höhe der tatsächlichen Kosten Familien stärker unter die Arme greifen. Darüber hinaus wollen wir die betriebliche Kinderbetreuung weiter in den Fokus rücken und Betriebe sowie Betriebsräte stärker motivieren, solche Projekte anzugehen“, erläutert Sandra Kern.