AHS-Quin: Bildungsstandards kosten 425 Euro pro Schüler

Vom Wiegen allein wird die Sau nicht fett!

36 Millionen Euro haben die heute erstmals durchgeführten Standardüberprüfungen laut Unterrichtsministerin gekostet – 11 Millionen für die Entwicklung, 25 Millionen für die Implementierung. Getestet wurden etwa 85 000 Schüler. Das Budget wurde um zwei Drittel überzogen. Bei der Schaffung der gesetzlichen Grundlagen veranschlagte BM Schmied nämlich bis inkl. 2012 nur 22 Millionen als „Maximalvariante“.

„Die Standardtestungen kosten 425 Euro pro Schüler. Für diese Summe müsste man jedem Kind ein vergoldetes Testheft in die Hand drücken können“, meint der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Eckehard Quin. „Ich wünsche mir eine parlamentarische Anfrage, die klärt, wohin das Geld verschwunden ist. 25 Millionen allein für die Implementierung – das ist ja völliger Wahnsinn! Mit den Kosten der heutigen Standardtestung könnten man ein Jahr lang mehr AHS-Lehrer bezahlen, als es z. B. im gesamten Burgenland gibt.“

Quin kritisiert weiter, dass die Schüler ihre Testergebnisse erst Monate später erfahren. „Niemand, der auf eine Waage steigt, wird erst in sieben Monaten sein heutiges Gewicht erfahren wollen. Bei jeder Führerscheinprüfung bekomme ich die Ergebnisse sofort, selbst bei der Reifeprüfung binnen weniger Tage. Das muss doch auch bei Standards möglich sein – noch dazu um diesen Preis“, kritisiert Quin. Die Rückmeldung komme zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Schüler schon längst für ihre weitere Schul- oder Berufslaufbahn entscheiden mussten. „Die Ergebnisse sind für die Schüler, um die es doch gehen sollte, wertlos. Sie können weder ihnen noch ihren Eltern als Entscheidungshilfe dienen. Das ist eine Pflanzerei für alle Beteiligten und eine Verhöhnung für jeden Steuerzahler.“

Quin fordert die sofortige Rückmeldung der Ergebnisse und eine deutliche Kostenreduktion. „Wir benötigen mehr Geld für die Kinder und nicht immer mehr für Testungen. Denn, wie es in einer alten Bauerweisheit heißt: Vom Wiegen allein wird die Sau nicht fett!“, so Quin abschließend.