NÖAAB-FCG-Hemm: 50 Betriebsräte-Stammtische mit 1.000 Teilnehmern

Altersgerechte Arbeitsplätze, Weiterbildung und Pendlerpauschale als Hauptthemen

Seit rund einem Jahr touren AK-Vizepräsident Franz Hemm und die NÖAAB-FCG-AK Vorstände durch alle Bezirke Niederösterreichs und laden dabei Arbeitnehmervertreter der Region zu einem offenen Dialog. Mittlerweile haben über 50 Betriebsrats-Stammtischrunden mit über 1.000 Betriebsräten und Personalvertretern stattgefunden. Die Anliegen, Themen und Problemstellungen sind vielfältig, immerhin vertreten die Teilnehmer insgesamt fast 100.000 NÖ Arbeitnehmern in ihren jeweiligen Betrieben und Berufsgruppen. „Da bekommt man ganz genau zu spüren, was die Menschen in unserem Land wirklich bewegt. Altersgerechte Arbeitsplätze, Weiterbildung und Pendlerpauschale waren dabei die Hauptthemen“, so Hemm.

 

„Das Modell von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner für eine Teil-Bildungskarenz spricht dabei den Teilnehmern aus der Seele“, so Hemm. Dadurch sollen Arbeitnehmer die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeitszeit um die Hälfte zu reduzieren, um eine Weiterbildung parallel absolvieren zu können. Das AMS würde dabei den Gehaltsverlust ausgleichen. „Niederösterreich hat als Reaktion auf die Krise die NÖ Bildungsförderung erfolgreich eingeführt. Fast 42.000 Arbeitnehmer haben das Angebot in Anspruch genommen. Wir sehen also, dass solche Modelle funktionieren“, stellt sich Hemm hinter die Forderung Mikl-Leitners. Einhellig ist auch die Zustimmung für das neue Modell des NÖ-Pendler-Euro, das anstelle von Steuerfreibeträgen eine kilometergenaue Direktförderung vorsieht. Die Kilometeranzahl einer einfachen Fahrtstrecke von der Wohnstätte zum Arbeitsplatz multipliziert mit dem Faktor 40 ergibt dabei die Jahresförderung. Auch Teilzeitkräfte, sollen in diesem Modell einen aliquoten Anteil dieser neuen Förderung erhalten. „Neben dem NÖ Landtag haben u.a. Oberösterreich und das Burgenland dieses Modell beschlossen und auf Bundesebene eingefordert. Auch wissen wir alle NÖAAB-FCG-Länder-Fraktionen in der Arbeiterkammer hinter uns. Für eine bundesweite Umsetzung liegt aber noch ein weiter Weg vor uns. Klar ist, dass das derzeitige System ungerecht ist, weil es Spitzenverdiener bevorzugt“, so Hemm.

 

Auch altersgerechte und gesunde Arbeitsplätze waren Thema. „Wenn sich am System nichts ändert bleiben ältere Arbeitnehmer auf der Strecke. Bereits jetzt sehen wir bei den Beschäftigungszahlen, dass die Arbeitslosigkeit bei den über 50-jährigen stark steigt. Auf der einen Seite müssen wir alle länger arbeiten aber so ab 50 zahlen Firmen fast keine Weiterbildung mehr, altersgerechte Arbeitsplätze oder Arbeitszeiten gibt es kaum“, so Hemm. „Die Anfragen und Serviceauskünfte haben derart zugenommen, dass wir für unsere Betriebsräte und Personalvertreter einen eigenen Web-Bereich auf unserer Homepage eingerichtet haben“, so Hemm. Unter www.noeaab.at/Betriebsarbeit erhalten Interessierte Infos über gesetzliche Neuerungen und Förderansprüche für Familien, Pendler, Lehrlinge, Ferialpraktikanten uvm.