Bildungsreform: Kompetenzen auf Länderebene besser aufgehoben

Bildungsreform: Kompetenzen auf Länderebene besser aufgehoben Heuras: Das derzeitige Schulverwaltungssystem nicht mehr zeitgemäß

"Auch Niederösterreich will eine Bildungsreform, die diesen Namen verdient", sagte Landesrat Mag. Johann Heuras im Zusammenhang mit den derzeit laufenden Diskussionen im Zuge der Verwaltungsreform auf Bundesebene. Das derzeitige Schulverwaltungssystem aus dem Jahr 1962 sei nicht mehr zeitgemäß und führe zu Ineffizienz und Doppelgleisigkeiten, deshalb hätten die Bundesländer mit Ausnahme Wiens auch ein gemeinsames Papier erstellt, das mehr Kompetenzen auf Länderseite fordert.

Dezentrale Schulverwaltung näher beim Bürger
Während man in Sachen der Stärkung der Schulautonomie oder eines neuen, einheitlichen Dienstrechtes durchaus einer Meinung mit der Bundesministerin wäre, sei in Fragen der Kompetenzen der Zentralismus nicht der geeignete Weg, betonte Heuras. Klare Kompetenzen im Sinne von einer Hand für die Finanzen, einer Hand für die Organisation und einer Hand für die Bildungsstruktur seien auf Länderebene besser aufgehoben. Eine dezentrale, regional ausgewogene Schulverwaltung sei näher beim Bürger und damit näher bei den Kindern und Jugendlichen, das Motto müsse "Qualität mit Berücksichtigung regionaler Ausprägungen" lauten.

NÖ etabliert zahlreiche regional ausgeprägte Maßnahmen
Niederösterreich zeige vor, wie man mit einer Reihe regional ausgeprägter Maßnahmen erfolgreich agieren könne, führte der Bildungs-Landesrat die Stärkung der Schulsozialarbeit, die Etablierung von Medienzentren in allen Bildungsregionen, die Ausbildung von mittlerweile 50 Beratungslehrern für Verhaltensauffälligkeiten, Lernkompetenzzentren wie in Waidhofen an der Ybbs für Defizite wie Legastenie u. a. an. Die Schulen vermehrt mit entsprechenden Fachleuten zu unterstützen, sei auch deshalb wichtig, weil den Lehrern immer weniger Zeit für den reinen Unterricht zur Verfügung stehe. "Der Bund möge die Ziele, Lerninhalte und Standards vorgeben. Aber die Länder sind besser in der Lage, den Weg dorthin zu definieren", so Heuras.