8 Punkte-Programm zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs

Huras: 2,6 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahre

Niederösterreich steht beim öffentlichen Verkehr auf Grund seiner geografischen Situation vor großen Herausforderungen punkto Erreichbarkeit und flächendeckender Versorgung", sagte Landesrat Mag. Johann Heuras bei der Präsentation eines 8 Punkte-Programms zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

3 Ziele für NÖ
"Mit starken Schlagadern und weiteren Vernetzungen in den Regionen" verfolge das Land NÖ drei Ziele, so Heuras weiter: eine ökonomische Tangente zur Absicherung der Standortqualität, eine ökologische Tangente, um die Kyoto-Ziele möglichst zu erreichen, sowie eine soziale Tangente in Zeiten von Spritpreiserhöhung.

Ausbau des öffentlichen Verkehrs
"Nachdem in den letzten fünf Jahren in Niederösterreich 2,8 Milliarden Euro in den öffentlichen Verkehr investiert worden sind, werden in den nächsten fünf Jahren weitere 2,6 Milliarden Euro in den öffentlichen Verkehr fließen", betonte der Landesrat und erinnerte an den Bahnausbau im Bereich S 2, S 7 und Südbahn, an die Park & Ride Anlagen, die mittlerweile 31.000 Pkw- und 21.000 Zweiradstellplätze umfassten, an die Entschärfung von Eisenbahnkreuzungen, an die Lärmschutzmaßnahmen, die bereits 50 Prozent der Bevölkerung zu gute kämen, oder an die 240 im Einsatz befindlichen Doppelstockwaggons. 40 Prozent der Wien-Pendler aus Niederösterreich seien bereits per Bahn unterwegs, so Heuras.

Fahrgemeinschaften stärken
Das 8 Punkte-Programm sieht zum ersten einen Ausbau bestehender Aktivitäten vor: weitere Lärmschutzmaßnahmen, neue Fahrzeuge im Schnellbahnbereich und bei den Doppelstockwaggons sowie einen Ausbau der Park & Ride Anlagen um rund 1.000 Stellplätze pro Jahr. Zweitens sollen durch den Ausbau von Park & Drive Anlagen - hier sind 2.000 Stellplätze in den nächsten fünf Jahren geplant - sowie eine Mitfahrbörse per Internetplattform Fahrgemeinschaften gestärkt werden.

Öffentlicher Verkehr als Marke
Als Punkte drei bis fünf machte der Landesrat den Ausbau der an die Hauptverkehrsadern anbindenden Buskonzepte, einen Ausbau der Sammeltaxi- Initiative sowie eine Qualitätssteigerung im Service inklusive Fahrgastinfos bei den Haltestellen etc. namhaft. Sechstens soll der öffentliche Verkehr als Marke etabliert werden, was zu verstärkter Akzeptanz führen soll. Dafür wird die entsprechende niederösterreichische Infrastruktur mit einem eigenen Design versehen.

Verkehrssteuerungssystem im VOR
Punkt sieben gilt der Etablierung eines Verkehrssteuerungssystems im VOR: Per Internet oder Handy soll der Gast für einen Prognosezeitraum von 1,5 Stunden gratis möglichst schnell alle Informationen über die momentane Verkehrssituation in Echtzeit, Fahrt-, Umsteigemöglichkeiten u. a. in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland erhalten. Als achten und letzten Punkt nannte Heuras die mit insgesamt 120 Millionen Euro veranschlagte Bahnhofsoffensive, an der sich das Land Niederösterreich in den nächsten vier Jahren mit 16 Millionen Euro beteiligen wird.